24.12.2015

 

Wir starten mit Ziel irgendwo hinter Paris. Ist ja Heiligabend. Da wird ja nicht so viel los sein auf den Straßen. Stimmt. Bloß in Paris verbringt man den Heiligen Abend scheinbar auf dem Ring Paris, ziemlich voll hier....

 

Weihnachtlich glitzern die Brems- und später auch Rücklichter vor, hinter und neben uns.....

 

Nach knapp 2 ½ Stunden ist der Ring Paris dann geschafft und wir fahren unseren Übernachtungsplatz nördlich von Orleans-am Park du Chateau de l ' Etang-Zentrum an.

 

Weihnachtsmenü bereiten und früh ins Bett, morgen soll es noch viele km weiter gehen.

 

 


 

 

 25.12.

 

 

Weiter geht es Richtung Bordeaux, Übernachtungsplatz in Saint-Romain-la-Virvée neben Weinstöcken.

 

Reiner macht die ersten Messungen, ich erkunde das kleine, aber feine Dörflein.

 



Biarritz

 26.12.

 

Wir überqueren die Garonne bei Bordeaux, gerne würden wir hier noch bleiben, zu schön ist es hier

Hilft nix, wir wollen weiter Richtung Spanien.

 

Übernachtungsplatz für die folgenden 2 Nachte: Biarritz. Immer ein Erlebnis.

Wir stehen vor der Schranke. “Complet” sagt der Automat, der spinnt wohl, noch fast zur Hälfte frei. Aber wie es funktioniert so wie in Le Treport. Da haben wir das Spielchen auch schon einmal gespielt. Bloß das dort ein Gemeindemitarbeiter schließlich alle Wartenden reingelassen hat.

Wenn man drinnen bleibt und nur neu löst, denkt der Automat:”mon Dieu...schon wieder einer”und zu uns “Du kommst hier net rein”.

 

Wir bekommen das Ticket von Franzosen, die rausfahren und können es verlängern.....spannend das Ganze. Wie spannend die Ausfahrt werden soll, werden wir erst 2 Tage später erfahren.....

 

Erstmal lecker essen, Siesta und dann an den Strand gleich nebenan.

 

 

27.12.

 

Ausschlafen ist angesagt. Es wird warm im Wohni, man merkt, daß man weiter südlich ist, da kann man fast kurzärmlig laufen...da geht es doch bestimmt am Wasser lang in die Stadt. Leider nicht. Nachdem wir ein Stück am Wasser entlang sind, ist der “Weg” zuende. Die Flut kommt und somit steigt das Wasser. Schnell umdrehen, bevor die Flut uns den Weg abschneidet. Auf ein Neues. Die Straße entlang, gefühlte 20% Steigung... es geht ganz schön bergauf....heiligs Blechle. Der Atlantik rauscht nebenan irgendwo. Schließlich erreichen wir doch noch die Promenade. Vielleicht gibt es ja hier die perfekte Welle??

 

Die Stadt ist gut besucht, wir erwandern die “Rocher de la Vierge”.

 

Der Rocher de la Vierge ist ein von einer weißen Madonna mit Kind gekröntes, von Wasser umschlossenes Felsenriff an der französischen Atlantikküste und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen des Seebads Biarritz. Sagt Wikipedia.

 

Am “Grande Plage” versuchen Surfer auf Wakeboards ihr Glück.

 

Entlang der Küste geht es zurück zu Borsti, Wellenfotos hier und da....

 


Gijon

 28.12.

 

Wir wolllen weiter, eigentlich. Aber nach “Du kommst hier net rein” haben wir jetzt das “Du kommst hier net naus” Erfahrung. Die ScHranke geht nicht hoch, obwohl wir das Ticket ganz legal verlängert und bezahlt haben, der Automat erkennt es nicht. Also mal eben die Nummer am Automaten anrufen. Leider spricht der Gemeindearbeiter kein Englisch, blöd.....ein Franzose erklärt ihm die Sachlage und nach ca. 1 Stunde können wir den Platz verlassen, weil der Gemeindemensch die Schranke entnervt öffnet....Mon Dieu...

Auf nach Spanien.....kaum das wir die Grenze überquert haben, fängt es an zu wehen.

Wir wehen bis Gijon zum Übernachten. Zwischendurch überall Waldbrände. Später erfahren wir, warum es hier überall brennt. Eine Neuregelung ab 2016 verbietet das verbrennen von Unterholz ab dem nächsten Jahr... da haben alle Waldbesitzter noch eben Feuer gemacht, logisch. Das der Wind nun dazu kam, das hatten sie nicht mit einberechnet und so war das Ganze außer Kontrolle geraten...


In Gijon wählen wir den Stellplatz auf einem Parkplatz mit Sicht auf Promenade und Wasser. Es weht heftigst und nieselt und so verzichten wir auf eine Erkundung. Reiner führt seine Meßungen durch, ich koche.


A Coruña

 29.12.

 

Ziel für heute ist A Coruña in Galizien. Dort gibt es einen Übernachtungsplatz für Wohnmobile am Herculesturm einem römischen Leuchtturm aus dem 2. Jahrhundert, dem Wahrzeichen der Stadt. Als er um 100 n. Chr. errichtet wurde, erreichten die Wärter die 50 m Höhe noch über eine Außenrampe, die 242 Stufen im Innern entstanden erst 1785. Von hier aus sieht man auch die nahegelegen Skulpturen im Parque Esculptórico unter freiem Himmel. Berühmt sind vor allem die sogenannten Menhire für den Frieden (Menhires por la Paz) des Skulpturenmeisters Manolo Paz. Der Herkulesturm ist von einem 47 Hektar großen Gelände umgeben, das von gekennzeichneten Wanderwegen durchzogen ist und von den Stränden und Felsklippen des Atlantischen Ozeans begrenzt wird.

 

Es weht immer noch kräftig. Macht nix, dicke Jacken an und los Richtung Turm und Atlantik. Unterhalb des Turmes am Meer befindet sich ein Mosaik, eine Windrose, die “Rosa de los vientos”.

 

Reiner geht zurück um zu arbeiten, mich zieht es noch weiter, am Wasser entlang. Von weitem sind die Menhire und andere Skulpturen zu sehen.

 

Ich mache Foto über Foto von Wellen und Meer, es bietet sich stets eine neue wunderschöne Perspektive alle paar Meter.

 

Am Wasser, in der Nähe der Menhire befindet sich der Maurenfriedhof und das Monument für die Erschossenen. Der Friedhof, der während des Bürgerkriegs erbaut wurde, beherbergte Gräber muslimischer Soldaten und wurde in den letzten Jahren in das Casa de las Palabras (Haus der Wörter) umgewandelt, das für den Dialog zwischen den Zivilisationen steht.

 

Es wird dunkel und recht frisch, ich gehe besser mal zurück. Natürlich nicht ohne noch ein paar Fotos von der Skulptur eines Nebelhorns und den tosenden Wellen zu machen. Reiner ruft mich an und fragt, wo ich denn bleibe, er wäre fertig mit den Messungen....Da habe ich mich doch wohl verdaddelt. Passiert schon mal bei dieser genialen Kulisse. Und auf der Suche nach der perfekten Welle......

 

Abends hat man eine beeindruckende Sicht auf den schön beleuchteten Leuchtturm.

 


 

30.12.

 

Weiter geht es Richtung Süden. Wieder weht es heftig und regnet ein wenig. Nun denn....ein wenig mehr.

Die Grenze nach Portugal wird überquert. Santiago di Compostella....sicher interessant, aber das Wetter isteinfach zu schlecht und außerdem ...die Zeit drängt.  Wir wollen in Villa do Conde am Wasser an der Hafeneinfahrt übernachten.  Es regnet und stürmt allerdings heftigst, man könnte meinen die Welt geht unter. Da ist der Wind im Norden Deutschlands an der See doch ein Nichts gegen. Da der Übernachtungsplatz am Wasser abgesoffen ist (der Regen läuft die Straße runter, und sammelt sich auf dem Parkplatz), das Nebelhorn der Hafeneinfahrt ständig tutet und die Wellen doch recht bedrohlich aussehen, verziehen wir uns lieber auf den Stellplatz in der Stadt , hinter dem Busdepot.

 

Nicht schön, aber windgeschützt.

 

Interessant war, daß wir bei der Grenzüberfahrt uns erst registrieren hätten lassen müssen für die Via Verde Autobahnmaut. An der Grenze rechts ein extra Fahrstreifen für “Ausländer”, den wir aber erst zu spät gesehen haben. Nun fahren wir “illegal” durch die automatischen Mautbrücken... Google weiß aber, das Beträge aus Portugal für Maut erst ab 70€ geahndet werden. Da liegen wir weit drunter.....auch später bekommen wir keine Buße nach Hause geschickt.

 


Peniche

 

31.12.

 

Wo verbringen wir Silvester?? Am Atlantik mit Sicht auf Stadt und den tosenden Atlantik am Leuchtturm in Peniche. Beeindruckende Wellen und Getöse, als die Flut aufläuft. Das sieht schon nach fast perfekter Welle aus :)

Außer uns stehen nur noch 2 andere Wohnmobile in Lands End. Außerdem wohnen hier ziemlich viele wilde Katzen, die von einer älteren Dame gefüttert werden. Borsti wird ziemlich durchgeschüttelt vom Wind. Es ist herrlich hier, wieder so ein Moment für die Sammlung. Oder besser gesagt, gaaanz viele...

Wir stoßen zweimal auf das neue Jahr an, in Portugal gehen die Uhren anders....

 


Obidos -Porto Covo

 

1.1.2016

 

Da wir dem Wind entfliehen wollen, aber nicht so weit fahren, geht es nach Obidos, einem kleinen Stellplatz nahe der Küste, der von Deutschen betrieben wird. Auch hier ist nicht viel los.

 

Irgendwann habe ich mal aufgehört nach Datum zu leben, daher ab jetzt Berichte ohne Tagesangabe......

 

Weiter am Rande des Footprints, heute nach Porto Covo, wo es einen Stellplatz direkt an der Felsenküste gibt.

Die alte Prozedur....Reiner mißt, ich erwandere die Küste und mache jede Menge Fotos.

Widerum Wind, Wellen und Getöse....was hat der Atlantik doch für eine Kraft und Energie.....ich bleibe so lange draußen, bis es dunkel wird......ein magischer Ort mit einer ganz besonderen Stimmung.

 



Lagos

 

Lagos an der Algarveküste ist das nächste Ziel. Hier gehen wir auf einen städtischen Campingplatz, unter Eukalyptusbäumen. Hier überwintern einige, aber es hält sich hier noch in Grenzen. Wir werden uns später in Spanien im

 

Rentner-Überwinterer-Ghetto...sorry, sollte Paradies heißen....noch nach diesen ursprünglichen, einfachen und ruhigen Plätzchen zurück sehnen.

 

Nach kurzer Ausruhpause noch eben in die Stadt zum “mal gucken”, dann vor dem Campingplatz in einem kleinen Restaurant ohne Touris, dafür Einheimische lecker essen.

 

Am nächsten Tag geht es nochmal in die Stadt und an die Küste, leider tröpfelt es zwischendurch.

 

Tolle Küste mit Felsformationen und interessanten Schildern. Im Sommer ist es hier sicher rappelvoll....

 

Vor der Kirche arme alte Mütterchen, mit Schildern “Ich habe Hunger”. Nicht gerade die lohnenste Location, in der Fußgängerzone hätte es mehr gebracht. Wir geben gerne etwas und ernten Dankbarkeit. Da kann man nur froh sein, daß es in Deutschland so ein gutes Sozialsystem gibt.

 


Albufeira

 

Nächstes Ziel ist Albufeira, wo schon ein Kunde auf Reiner wartet. Er verbringt den Winter immer im Süden, hat allerdings alle Einstellungen seiner Sat-Anlage verdaddelt und Reiner löst das Problem.

 

Abends in die Stadt zum Essen.

 

Der Camping von Albufeira ist voll....Überwintererghetto vom Feinsten und der nahe gelegene Stellplatz ist auch vollständig belegt..... Wir dürfen auf dem Parkplatz vor dem CP übernachten, müssen aber die volle Gebühr zahlen.....wenn das mal mit rechten Dingen zugeht....

 

In die Stadt kommt man über eine lange Rolltreppe, die Altstadt ist sehr sehr schön, besonders das Muschelhaus hat es mir angetan. Und die Palmen mit Weihnachtsdeko...die haben auch was. 

 

Obwohl man hier ohne weiteres noch einen Tag hätte verbringen können...die Zeit dräng-, 5 ½ Wochen sind für diese Tour nicht viel- und noch einmal auf dem verkehrsgünstig gelegenen Parkplatz übernachten möchten wir nicht.

 

Richtung Faro geht es weiter. Richtig schön übernachten könnte man zwischendurch, aber wir machen Strecke.

 


Vila Real de San Antonio

 

Wir beschließen am Grenzfluß zwischen Portugal und Spanien zu übernachten.

 

Vila Real de San Antonio heißt der Ort mit Platz direkt am Fluß. Reiner mißt, ich wandere ein wenig und mache Fotos. Gleich neben an trainiert jemand mit seinem edlen Pferd, wir nähern uns offensichtlich Andalusien, ein anderes Pferd darf grasen. Überall in Portugal, zumindest im Süden, sieht man Pferd und Reiter durch die Straßen klappern. Direkt am Platz ist ein kleines Bistro, wo es frische Fischgerichte gibt. Wie wir feststellen müssen aber nur mittags 2 Stunden lang, in denen es aber rappelvoll ist.

 


Die wilden Hunde fungieren, nachdem geschloßen ist, als Wachhunde und verteidigen ihr Revier gegen “gegnerische Hundebanden”.....wie wir nachts feststellen müssen, geht es heftig zur Sache....lautes Gebell.

 

Abends essen gehen, lecker frischen Fisch am Hafen neben dem Stellplatz.

 

Wir bleiben 2 Nächte und gehen nochmal in die Innenstadt, wo noch überall Weihnachtmusik dudelt und es fast nur Touriläden gibt. Die Spanier kommen hier einkaufen. Wir genießen die angenehmen Temperaturen und trinken draußen in einem Lokal frischen Orangensaft und Kaffee.

 

Abends dann wieder Essen gehen.